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Kampagne „Zu Hause daheim“

„Zu Hause daheim“ – neue Wohnkonzepte im Alter: eine Initiative der Bayerischen Staatsregierung.

Selbstbestimmt wohnen im Alter

Die Frage, wie wir im Alter wohnen werden – auch wenn wir Unterstützung benötigen –, wird aufgrund des demografischen Wandels und den sich verändernden Familienstrukturen immer wichtiger. Der Wunsch vieler älterer Menschen dabei ist, selbstständig und selbstbestimmt in der vertrauen Umgebung wohnen zu können, selbst wenn sie auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Um für das Zukunftsthema „Wohnen im Alter“ zu sensibilisieren und neue Projekte voranzutreiben, haben wir die Kampagne „Zu Hause daheim“ ins Leben gerufen: Mit bayernweiten Veranstaltungen und Aktionen wird – gemeinsam mit Netzwerkpartnern – über Konzepte und Möglichkeiten informiert, die das Leben im eigenen Zuhause, aber auch ein Wohnen wie zu Hause zulassen.

Die Aktionswochen „Zu Hause daheim“ haben das große Interesse am Thema aufgezeigt. In der ersten Aktionswoche vom 01. bis 10.05.2015 fanden bayernweit rund 200 Aktionen zum Thema Wohnen im Alter statt. In der Aktionswoche vom 05. bis 14.05.2017 waren es bereits über 350 Veranstaltungen.

Im Rahmen eines Festakts zum Auftakt der Aktionswoche 2017 wurde erstmals der landesweite Innovationspreis „Zu Hause daheim“ verliehen.

Simone Rethel-Heesters, Botschafterin der Aktionswoche „Zu Hause daheim 2017“.

Grußwort von Simone Rethel-Heesters, Botschafterin der Aktionswoche „Zu Hause daheim 2017“

Sag nie, du bist zu alt – dieses Lebensmotto hat mir bereits mein Mann vorgelebt und ist damit 108 Jahre geworden. Älterwerden ist die normalste Sache der Welt, entscheidend ist, wie man damit umgeht. „Alter“ ist kein Schreckgespenst, das nur mit Krankheit und Gebrechlichkeit gleichgesetzt werden darf, aber es ist auch kein Selbstläufer. Man muss etwas dafür tun, im Alter geistig und körperlich fit zu bleiben, um aktiv und selbstbestimmt sein Leben gestalten zu können. Und das sollte unabhängig vom Lebensalter und den individuellen Lebensbedingungen Ziel und Ansporn von uns allen sein.

Wir sollten älteren Menschen zutrauen, dass sie selbst bestimmen können, wo und wie sie leben möchten. Dabei spielt das Wohnen und Wohnumfeld für die Lebenszufriedenheit eine ganz entscheidende Rolle. Wenn sich Menschen von heute überlegen, wie sie sich das Wohnen im Alter vorstellen, geht es nicht mehr nur darum, wie Pflege und Betreuung sichergestellt werden kann, sondern auch, wie man das noch vor einem liegende Leben möglichst selbstständig und würdevoll gestalten kann. Dafür braucht es viele verschiedene Wohn- und Betreuungsangebote, die der Vielfalt der Lebensentwürfe und Bedarfe älterer Menschen gerecht werden.

Damit Menschen selbst entscheiden können, müssen sie eine Vorstellung davon haben, was es an Möglichkeiten und innovativen Konzepten gibt. Deshalb unterstütze ich die Kampagne „Zu Hause daheim“, die sich an der Vielfältigkeit des Alterns ausrichtet und die Kompetenzen und die Wertschätzung älterer Menschen in den Mittelpunkt rückt.

Simone Rethel-Heesters
Schauspielerin und Malerin

Weiterführende Informationen

Alles zum Thema finden Sie hier unter der Rubrik „Wohnen im Alter“.

Aktionswoche

Aktionswoche „Zu Hause daheim“ im Mai 2017

Nachdem die Aktionswoche 2015 auf so großes Interesse gestoßen ist und gezeigt hat, wie sehr das Thema die Menschen berührt, fand vom 05. bis 14.05.2017 die zweite Aktionswoche statt. Staatsministerin Emilia Müller eröffnete in Anwesenheit der Schirmherrin Simone Rethel-Heesters die Aktionswoche mit einem Festakt am 05.05.2017 im Stadttheater in Regensburg. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung wurde erstmals der Innovationspreis „Zu Hause daheim“ verliehen.

Aktionswoche „Zu Hause daheim“ im Mai 2015

Vom 01. bis 10.05.2015 fand erstmals die bayernweite Aktionswoche „Zu Hause daheim“ statt. Staatsministerin Emilia Müller eröffnete die Aktionswoche mit einer Auftaktveranstaltung im Bayerischen Landtag. Ausgewiesene Expertinnen und Experten auf dem Podium und Prof. Ursula Lehr, Bundesministerin a. D., die das Grundsatzreferat hielt, begeisterten rund 250 Gäste aus ganz Bayern. Der Senioren Rock- und Popchor „Voices of Joy“ des Alten- und Service-Zentrums Bogenhausen als musikalische Umrahmung war ein Hochgenuss.

Der erfolgreiche Kurzfilm „Wie willst Du im Alter wohnen?“ feierte auf der Auftaktveranstaltung Premiere. Er stimmte witzig und frech auf das Thema ein.

Wie willst Du im Alter wohnen?

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Kurzfilm „Wie willst Du im Alter wohnen?“ – eine Einstimmung auf das Thema „Wohnen im Alter“.

Der außergewöhnlich große Erfolg der Aktionswochen zeigt, dass dieses Thema hochaktuell ist und weiterhin dringender Handlungsbedarf besteht. In allen Regierungsbezirken wurden Aktionen, Ideen und Konzepte rund um das Wohnen im Alter von Aktionspartnern präsentiert. Alle Veranstaltungen können Sie nochmals im Programmheft 2015 und im Programmheft 2017 nachlesen. Wir freuen uns sehr, dass die meisten der Akteurinnen und Akteure sich wieder beteiligen würden.

Allen Akteurinnen und Akteuren, die das vielfältige und interessante Programm in den Regionen erstellt und die Aktionswochen mit Leben gefüllt haben, ein ganz herzliches Dankeschön. Sie haben mit Ihrer Beteiligung und Unterstützung maßgeblich dazu beigetragen, diesem wichtigen Thema ein besonderes Gewicht zu verleihen und das Wissen über die vorhandenen Ideen und Konzepte zu verbreiten.

Die Aktionswochen wurden unterstützt von:

Logos aller Partner der Aktionswochen.

Allen Kooperationspartnern, die die Aktionswochen als Multiplikatoren unterstützt und so zu ihrem Erfolg beigetragen haben, ein ganz herzliches Dankeschön.

Hier können Sie das Interview von Staatsministerin Emilia Müller anlässlich der Aktionswoche 2015 nachlesen.

Innovationspreis

Am 05.05.2017 hat Frau Staatsministerin Emilia Müller im Rahmen eines Festakts im Neuhaussaal im Stadttheater Regensburg zum Auftakt der Aktionswoche zum Wohnen im Alter erstmals den Innovationspreis „Zu Hause daheim“ verliehen. Mit dem Preis wurden erfolgreich umgesetzte Ideen aus den Bereichen Wohnberatung, bürgerschaftlich engagierte Nachbarschaftshilfe, Seniorengenossenschaft, Betreutes Wohnen zu Hause, Wohnen für Hilfe, Quartierskonzept, Seniorenhausgemeinschaft, generationenübergreifendes Wohnen sowie sonstige innovative Unterstützungs- und Wohnkonzepte im Vorfeld der Pflege ausgezeichnet, die dazu beitragen, dass ältere Menschen möglichst lange zu Hause wohnen bleiben können!

Herzlichen Glückwunsch!

Die Preisträger

Aus jedem Regierungsbezirk wurden jeweils drei innovative Initiativen ausgezeichnet.

Die Preisträger sind:

  1. Preis: Seniorenwohngemeinschaft „Beim Kramer“ in Schleching im Landkreis Traunstein
  2. Preis: Hausgemeinschaft 60+ in Ebersberg
  3. Preis: Zu Hause alt werden in Fuchstal im Landkreis Landsberg am Lech

Zur Pressemitteilung Oberbayern

  1. Preis: Generationenübergreifendes Wohnquartier mit zwei „Altenwohngemeinschaften“ in Straubing
  2. Preis: Nachbarschafts-und Seniorenhilfe Ruderting e.V. im Landkreis Passau
  3. Preis: „Mobil plus – sicher im Stadtbus“ – ein Projekt der Freiwilligenagentur Landshut

Zur Pressemitteilung Niederbayern

  1. Preis: Seniorengemeinschaft Hand in Hand e. V. westlicher Landkreis Neustadt an der Waldnaab
  2. Preis: Nachbarschaftshilfe Bärnau im Landkreis Tirschenreuth
  3. Preis: Seniorenshuttle Markt Hohenburg im Landkreis Amberg-Sulzbach

Zur Pressemitteilung Oberpfalz

  1. Preis: Seniorengemeinschaft Kronach Stadt und Land e. V.
  2. Preis: ZUSAMMEN LEBEN (ZL) – Neue Wohnform im Alter in Coburg
  3. Preis: Präventive Hausbesuche für Senioren in Bayreuth

Zur Pressemitteilung Oberfranken

  1. Preis: Wohnen im Alter zu Hause – Hilfen im Alltag mit täglichen individuellen Fahrdiensten in Baiersdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt
  2. Preis: Wohnen für Hilfe – Erlangen
  3. Preis: Nachbarschaftshilfe Roth

Zur Pressemitteilung Mittelfranken

  1. Preis: Mehrgenerationenhaus Binsfeld – „Vom Mehrgenerationenhaus zum Mehrgenerationendorf“ in Arnstein-Binsfeld im Landkreis Main-Spessart    
  2. Preis: Nachbarschaftshilfe „Buntes Netz“ in Sennfeld im Landkreis Schweinfurt
  3. Preis: „Senioren helfen Senioren“ – eine Initiative des Seniorenbeirats Bad Kissingen

Zur Pressemitteilung Unterfranken

  1. Preis: Nachbarschaftliche Unterstützung und Zeitvorsorge (NUZ) e. V. in Pfronten im Landkreis Ostallgäu
  2. Preis: Wohn- und Geschäftshaus „Vollversorgt und eigenständig den Lebensabend genießen“ in Betzigau im Landkreis Oberallgäu
  3. Preis: Mobile Frische 2.0 – das Voller-Kühlschrank-Paket von illerSENIO in Vöhringen im Landkreis Neu-Ulm

Zur Pressemitteilung Schwaben

Alle Preisträger des Innovationspreises mit Staatsministerin Emilia Müller, Regierungspräsidenten und Botschafterin der Aktionswoche „Zu Hause daheim 2017“ Simone Rethel-Heesters.

Hier finden Sie weitere Bilder zu Veranstaltung Innovationspreis.

Wohnkonzepte

Wohnen zu Hause

In gewohnter Umgebung und vertrauter Nachbarschaft alt zu werden, ist für einen Großteil der Menschen in Bayern ein erstrebenswertes Ziel. Sie möchten selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben und ihre soziale Umgebung mit allen Infrastrukturen sowie Unterstützungsangebote bis ins hohe Alter nutzen. In den letzten Jahren wurden daher viele neue Wohnprojekte und Dienstleistungen entwickelt, die genau diesen Wünschen entsprechen – von der barrierefreien Wohnung bis zur bürgerschaftlich engagierten Nachbarschaftshilfe und nachhaltigen Quartierskonzepten.

Häufig ist eine individuelle Wohnungsanpassung nötig, um das Wohnen zu Hause bei Mobilitätsproblemen und anderen körperlichen Einschränkungen zu erleichtern. Am Anfang steht eine ausführliche Wohnberatung. Sie analysiert die bisherige Wohnsituation und zeigt mögliche Ansatzpunkte (z.B. für barrierearmes oder -freies Wohnen) inklusive einer Finanzierung auf. Auf Wunsch leistet die Wohnberatung Unterstützung bei der Beauftragung von Handwerkern und begleitet die Umbaumaßnahmen.

Projektbeispiel:
Zertifizierter Wohnberater für ältere Menschen im Landkreis Unterallgäu in Kooperation mit der Stadt Memmingen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Bürgerschaftlich engagierte Nachbarschaftshilfen können wesentlich zum Verbleib im eigenen Zuhause und zum Erhalt von Sozialkontakten beitragen. Im Vordergrund steht immer das bürgerschaftliche Engagement und somit die gegenseitige Hilfe von und für Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde oder in den Stadtteilen. So werden soziale Kontakte und die Selbstständigkeit bis ins hohe Alter erhalten und gefördert. Organisiert werden diese Hilfen meist durch Vereine, kommunale oder kirchliche Institutionen.

Nachbarschaftliche Hilfen für ältere Menschen können beispielsweise sein:

  • regelmäßige Besuche und Einkaufsservice
  • Unterstützung bei Behördenangelegenheiten
  • Hilfe im Garten, im Haus oder beim Winterdienst
  • Organisation von Treffs, Vorträgen oder Ausflügen
  • Bring- und Abholdienste sowie Fahr- und Begleitdienste
  • Anlaufstelle und Information zum Thema Älterwerden

Projektbeispiel:
Soziales Netzwerk e. V. in Neunburg vorm Wald: organisierte Nachbarschaftshilfe als Verein, um eine lokale Infrastruktur zu schaffen und ein Informations- und Beratungsangebot für das Gebiet der Stadt Neunburg vorm Wald und deren umliegenden Gemeinden aufzubauen

Weitere Informationen finden Sie hier:

In „Seniorengenossenschaften“ wird bürgerschaftliches Engagement in genossenschaftlicher Form der Hilfe auf Gegenseitigkeit gelebt. Die engagierten Mitglieder können für ihren Einsatz ein entsprechendes Entgelt ausgezahlt bekommen oder sich entsprechende Zeit gutschreiben lassen. Diese kann dann später, wenn sie selbst einmal Hilfe benötigen, wiederum in Form von Diensten in Anspruch genommen werden (wer z. B. 100 Stunden durch Arbeiten anspart, kann später 100 Stunden kostenfrei abrufen).

Projektbeispiel:
Der Aufbau von „Seniorengenossenschaften“ wird in Bayern durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert. Zudem werden „Seniorengenossenschaften“ gerade zu Beginn fachlich unterstützt.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Im Rahmen von „Betreutes Wohnen zu Hause“ werden bedarfsgerechte Leistungen (wie z. B. Fahr- und Begleitdienste, Einkaufsservice, Hilfen für Haus und Garten, Essen auf Rädern, hauswirtschaftliche Arbeiten, pflegerische Verrichtungen) durch eine Koordinierungsstelle koordiniert und vermittelt, um das selbstständige Leben in der eigenen Wohnung aufrechtzuerhalten. Durch regelmäßige Besuche ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer können veränderte Bedarfe an die Koordinierungsstelle rückgekoppelt und zeitnah Unterstützungen angepasst werden. Zudem bietet der ehrenamtliche Besuchsdienst zusätzliche Kontaktmöglichkeiten und Sicherheit.

Ältere Menschen

  • können in der eigenen Wohnung und in ihrem vertrauten Wohnumfeld bleiben;
  • erhalten eine verbindliche, kontinuierliche Betreuung und damit Sicherheit, die die eigenständige Lebensführung möglichst lange erhält, fördert oder verbessert;
  • erhalten vertraglich zugesicherte Leistungen;
  • erhalten regelmäßig, mindestens 14-tägig, einen Besuch einer qualifizierten ehrenamtlichen Person;
  • bekommen die für sie notwendigen Hilfen vermittelt.

Projektbeispiel:
Projekt „Alt werden zu Hause“ in der Arbeitsgemeinschaft Obere Vils Ehenbach (AOVE), Oberpfalz.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Ältere Menschen haben häufig Wohnraum frei, während junge Leute verzweifelt Wohnraum suchen. Wohnen für Hilfe setzt auf das Konzept der Gegenseitigkeit und bringt Menschen in verschiedenen Lebensphasen zusammen. Im Rahmen von Wohnen für Hilfe können Studierende oder Auszubildende bei älteren Menschen wohnen. Als Gegenleistung helfen sie älteren Menschen im Alltag, wie beispielsweise bei Einkäufen, im Haushalt oder Garten, begleiten bei Arztbesuchen oder bei Spaziergängen – je nach Absprache im Einzelfall. Die jungen Menschen leisten in der Regel für einen Quadratmeter überlassenen persönlichen Wohnraum eine Stunde Hilfe im Monat. Ein Kooperationsvertrag regelt die individuellen Absprachen zwischen den beiden Wohnpartnern. Wohnen für Hilfe ist ein idealer Ausgangspunkt, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Was hier besonders gut gelingt, ist die konkrete Hilfestellung durch junge Menschen, um älteren Menschen ein Leben in ihrer vertrauten Umgebung zu ermöglichen. Der Austausch in einer Wohnpartnerschaft kann sich positiv auf den weiteren Lebensweg der „Jungen“ auswirken und für den älteren Mitbewohner Sicherheit und sozialen Kontakt bedeuten.

Projektbeispiel:
Projekt „Wohnen für Hilfe“ der Stadt Erlangen in Kooperation mit der Universität Nürnberg Erlangen, Mittelfranken.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Im Rahmen von Quartierskonzepten werden Anlaufstellen sowie Beratungs-, Begegnungs- und Unterstützungsstrukturen aufgebaut, damit ältere Menschen zu Hause selbstbestimmt alt werden können. Ziel ist es, die Gemeinde beim Aufbau seniorengerechter Strukturen zu unterstützen, die letztendlich allen Generationen zugute kommen. Ein Quartierskonzept muss in seiner konkreten Umsetzung immer auf den bestehenden Ressourcen und Rahmenbedingungen des Quartiers aufsetzen. Es lebt vom Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure, insbesondere der aktiven Beteiligung der Kommune und der Bürgerinnen und Bürger. Es ist nicht statisch, sondern entwickelt sich kontinuierlich weiter. Dabei kann das Quartier sehr unterschiedlich sein, es kann urban oder dörflich strukturiert, weitläufig oder verdichtet sein. Quartier ist über die Wohnung hinaus das Wohnumfeld, in dem Menschen ihr tägliches Leben gestalten, sich versorgen und ihre sozialen Kontakte pflegen. Grundlage für ein Quartierskonzept sind alle notwendigen Bausteine, die ältere Menschen benötigen, um in ihrem bisherigen Wohnquartier leben zu können. Die Bausteine sind:

  • Wohnen und Grundversorgung, z. B. Wohnberatungsangebote, Sicherung der Infrastruktur
  • Ortsnahe Unterstützung und Pflege, z. B. bürgerschaftlich engagierte Nachbarschaftshilfe, ambulanter Dienst
  • Beratung und soziale Netzwerke, z. B. Begegnungs- und Bildungsangebote, Mittagstisch, aufsuchende Beratung

Projektbeispiele:

  • „Wohnen im Viertel“ – Quartierskonzept der GEWOFAG München.
  • Altersgerechte Quartiersentwicklung in Gemeinden im Landkreis Unterallgäu: Im Rahmen des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts setzt der Landkreis Unterallgäu das Projekt der altersgerechten Quartiersentwicklung um. Seit Anfang 2013 fördert und begleitet der Landkreis Unterallgäu dabei die teilnehmenden Gemeinden. Es werden Akteure und Bürger einbezogen, Sozialraumanalysen durchgeführt und dadurch schrittweise passgenaue Lösungen gefunden, die das Leben v. a. von älteren Menschen im eigenen Zuhause unterstützen. Die Arbeitsgruppen sowie die weitere Umsetzung der Projekte und Maßnahmen werden durch einen Quartiersmanager und einer „Steuerungsgruppe“ vor Ort begleitet.  Dadurch wird der Prozess fortlaufend und dynamisch gehalten und ein sozialraumorientiertes Versorgungsnetz für das Leben im Alter aufgebaut.

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Wohnen wie zu Hause

In den vergangenen Jahren hat sich das Wohnangebot für ältere Menschen deutlich erweitert. Zu den Möglichkeiten, im Alter zu Hause zu bleiben oder in ein Heim zu ziehen, sind zahlreiche weitere Wohnalternativen entstanden, die ein „Wohnen (wie) zu Hause“ ermöglichen. Auch wenn alternative Wohnformen zahlenmäßig derzeit noch nicht so verbreitet sind, ist davon auszugehen, dass aufgrund der sich verändernden Wohnwünsche ihr Ausbau weiter fortsetzt. Diese Entwicklung gilt es zu unterstützen und weiter zu stärken.

Seniorenhausgemeinschaften sind Wohnformen, in denen ältere aktive Menschen, jeder in einer eigenen abgeschlossenen Wohnung, selbstbestimmt und eigenverantwortlich miteinander in einem Haus, mit einem Gemeinschaftsraum, leben. Das Gemeinschaftsleben der Mieterinnen und Mieter wirkt Isolation entgegen. Die Mieterinnen und Mieter unterstützen sich im Bedarfsfall gegenseitig, sodass sie nach Möglichkeit bis an ihr Lebensende in der Hausgemeinschaft wohnen bleiben können. In der Regel nehmen sie auch gemeinsam Dienstleistungen in Anspruch.

Projektbeispiel:
Seniorenhausgemeinschaft „Haus Gloria“ der INAWO e. V. in Rosenheim, Oberbayern.

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Generationenübergreifende Wohnformen, die insbesondere Konzepte für Seniorinnen und Senioren beinhalten, sind Wohnformen, in denen Mieterinnen und Mieter unterschiedlichen Alters und Familienstands in einem Haus zusammenleben. Häufig finden sich die jüngeren und älteren Menschen bereits in der Planungsphase zusammen. Weitere Kriterien sind das Vorhandensein von Gemeinschaftsräumen sowie die Bereitschaft, sich gegenseitig zu unterstützen. Diese Unterstützung und Hilfe kann im Bedarfsfall durch externe Dienstleister ergänzt werden.

Projektbeispiel:
WiGe – MehrgenerationenWohnhaus Vielfalt in Aschaffenburg, Unterfranken.

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Das „Betreute Wohnen“ ist eine private Wohnform für ältere Menschen, für die das Bayerische Pflege- und Wohnqualitätsgesetz – PfleWoqG (ehemals Heimgesetz) nicht gilt. In der Regel handelt es sich um barrierefreie Wohnungen, die angemietet oder gekauft werden können und deren Miet-/Kaufvertrag zur Abnahme allgemeiner Betreuungsleistungen, wie Notrufdienste, die Vermittlung von Dienst- und Pflegeleistungen oder Informationen und Beratungsleistungen (Grundleistungen), von bestimmten Anbietern verpflichtet.

Die Dienst- und Pflegeleistungen selbst müssen frei wählbar sein. Die Wohnungen entsprechen in Ausstattung, Lage und Schnitt den Bedürfnissen älterer Menschen. Bei Bedarf können entsprechende Wahl- bzw. Service-Leistungen (z. B. Pflegeleistungen, Betreuungsleistungen) zusätzlich abgerufen werden. In Miet-, Pflege- und/oder Betreuungsverträgen sind die jeweiligen Leistungsansprüche geregelt.

Projektbeispiele:

  • Betreutes Wohnen in Furth bei Landshut, Niederbayern, durch das Katholische Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg.
  • Seniorenwohnanlage in Neusäß, Schwaben, durch das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Augsburg-Land.

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