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Universal Design – einfach ist am schwersten

12. Plenumssitzung des Forums Soziales Bayern am 5. März 2018 im Oskar von Miller Forum, München

Manchmal wundere er sich, dass wir nicht früher auf barrierefreie Gestaltung gekommen seien, erklärte der Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration Michael Höhenberger bei der Eröffnung der 12. Plenumssitzung des Forums Soziales Bayern (FSB). Eingebettet in die Ausstellung „Universal Design“ fand das diesjährige Plenum des FSB im Oskar von Miller Forum in München statt. Thema war: „Universal Design – Einfach ist am schwersten“.

Was ist Universal Design? Einfach gesagt ist Design für alle dann gegeben, wenn Gegenständen, Umgebungen, aber auch Verfahren und Abläufe bis hin zu Schriftstücken so gestaltet sind, dass jeder sie ohne Weiteres nutzen und/oder verstehen kann. Veronika Egger, design for all Österreich, zitiert in ihrem Impulsvortrag die Weimarer Erklärung von 2009. Hier trafen sich Personen aus Architektur, Design, Industrie und Wirtschaft, um über Universal Design zu diskutieren. Thema war auch, wie dieser Gestaltungszugang Relevanz außerhalb einer recht kleinen Design-Community finden könnte. In der Weimarer Erklärung heißt es auszugsweise:
Universal Design

  • ist nicht nur ein Designthema.
  • ist eine interdisziplinäre Aufgabe.
  • ist ein Prozess, keine Norm.
  • schafft soziale Inklusion.
  • stellt sich Zukunftsfragen.
  • sichert und fördert wirtschaftliches Wachstum.

Die soziale Inklusion ist auch für Herrn Amtschef Höhenberger ein zentraler Punkt des Designs für alle. „Universal Design fördert die Teilhabe für alle und ist somit das Schlüsselkonzept gelingender Inklusion“, so Höhenberger.

1997 wurden an der North Carolina State University im Zusammenhang mit Architektur und Produktgestaltung sieben Prinzipien des Universal Designs geprägt. Diese bestimmen inzwischen weltweit die Anforderung, die an Design für alle gestellt werden:

  1. gleichwertig, nicht stigmatisierend
  2. flexibel
  3. einfach und intuitiv
  4. sensorisch wahrnehmbar
  5. fehlertolerant
  6. geringer körperlicher Aufwand
  7. ausreichend Bewegungsraum.

(Ronald L. Mace et. al., Center for Universal Design, North Carolina State University)

Diese sieben Prinzipien erläutert Frau Egger an verschiedenen Beispielen. Herr Martin Fössleitner, Universal Design Forum e.V., vertieft die Ansätze des Universal Designs durch Best Practice Beispiele. Unter anderem zeigt er die von der Licht – und Wachsmanufaktur Herzogsägmühle / Diakonie Oberbayern entwickelten Teelichte mit farbigem Docht. Nicht nur Personen mit Sehschwäche können so den Docht besser erkennen. Vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen - wie oft in Kirchen-  kann der Docht leicht gefunden und angezündet werden.

Die Ausstellung überzeugt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der einfachen und gerade deshalb bestechenden Umsetzung der Prinzipien des Universal Designs.

„Die Vision „für alle“ – das ist auch der Leitgedanke der inklusiven Gesellschaft“, stellt Herr Ministerialdirektor Höhenberger fest. Die Bayerische Staatsregierung hat sich schon früh daran gemacht, dieser Vision zu folgen. „Wir wollen Bayern bis 2023 barrierefrei machen“, lautet das ehrgeizige Vorhaben. Mit dem Internetauftritt "Bayern barrierefrei" informiert die Bayerische Staatsregierung über die vielfältigen Aktivitäten und Maßnahmen, Bayern barrierefrei zu gestalten. Ein wichtiger Punkt ist dabei ebenso das Universelle Design.

In seiner 12. Plenumssitzung sich hat das Forum Soziales Bayern einmal mehr als Impulsgeber für ein gutes soziales Miteinander erwiesen. Hier können sich Fachleute aus den verschiedensten Verbänden und Gremien Zukunftsthemen unserer Gesellschaft widmen, sich austauschen und vernetzen. Daraus entwickeln sich erfolgreiche Ideen für ein soziales Bayern.

Eindrücke aus der Veranstaltung sehen Sie in der Bildergalerie.

Soziales Engagement bei jungen Menschen stärken

Soziales Engagement wird in Bayern gelebt – gerade auch von jungen Menschen. Das zeigt der aktuelle Freiwilligensurvey eindrucksvoll. Etwa 5,2 Millionen Menschen in Bayern sind ehrenamtlich engagiert. Im Alter zwischen 14 und 24 Jahren betätigen sich 54 % der Menschen ehrenamtlich. „Junge Menschen sind sozial affin. Sie haben Soziales im Kopf“, machte der Amtschef des Sozialministeriums, Michael Höhenberger, deutlich. „Wir haben mit der Freien Wohlfahrt und dem Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement starke Player an unserer Seite. Aber wir müssen auch überlegen, wie wir zukünftig junge Menschen ansprechen. Die Digitalisierung betrifft alle Bereiche unseres Lebens, nicht nur die Arbeit. Vieles wird dadurch flexibler und einfacher – man muss sich nur darauf einlassen“, so Höhenberger.

11. Plenumssitzung des Forums Soziales Bayern

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Bei seiner 11. Plenumssitzung befasste sich das Forum Soziales Bayern mit dem Thema „Soziales Engagement bei jungen Menschen stärken“. Mitte Mai trafen sich hierzu die Mitglieder des Forums Soziales Bayern im Bayerischen Sozialministerium.

Im wissenschaftlichen Input von Frau Dr. Nora Gaupp, Deutsches Jugendinstitut, wurde deutlich: Junge Menschen erleben es als großen Gewinn, unmittelbar etwas gesellschaftlich bewegen können. Dabei spielt das gemeinsame Erleben, aber auch das Zusammenwirken von mehreren Generationen eine wichtige Rolle. Dies bestätigte auch die Podiumsdiskussion mit Frau Margit Berndl (Vorständin Paritätischer), Frau Alisa Wieland (Geschäftsführung ROCK YOUR LIFE!), Frau Dorothea Will („Passau räumt auf“) und Herrn Dr. Thomas Röbke (Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement), die von Simon Schnetzer (7alps – Jugendforscher, Speaker, Trainer) moderiert wurde.

Frau Dr. Gaupp stellte dar, dass sich bei den Engagementsquoten derzeit Disparitäten in Bildung, Migrationshintergrund und Einkommen zeigen. Hier kann in Zukunft ein Perspektivenwechsel helfen, auch andere junge Menschen zu gewinnen.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich bei verschiedenen Sessions des Barcamps, das von Herrn Schnetzer betreut wurde, einzubringen und zu informieren.

Folgende Thesen wurden erarbeitet:

  • Bei jungen Menschen ist neben allen neuen Medien der persönliche Kontakt immer noch enorm wichtig. Nur darüber kann Begeisterung geschaffen werden, die dann auch zu einer Verstetigung des Engagements führt.
  • Es müssen auch Möglichkeiten geboten werden, in soziales Engagement „hineinzuschnuppern“ ohne gleich eine längerfristige Verpflichtung einzugehen.
  • Die Vorbildfunktion von Eltern, Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern, Trainerinnen und Trainern muss ebenfalls deutlich in den Blick genommen werden.
  • In Zukunft soll auch im schulischen Bereich stärker auf soziales Engagement eingegangen werden; Service Learning gehört zu Bildung.
  • Entsprechend dem von Frau Dr. Gaupp angesprochenen Perspektivenwechsel sollen auch andere junge Menschen gewonnen werden: Diejenigen, die bisher eher als Adressatinnen und Adressaten von Ehrenamt und Engagement gesehen werden, könnten selbst zu Engagierten werden – sozusagen eine integrative und inklusive Ausrichtung des Ehrenamts.

„Die Bayerische Staatsregierung unterstützt das Ehrenamt auf vielfältige Weise: von verlässlichen Infrastrukturen für das Ehrenamt bis hin zu Wertschätzungen wie der Ehrenamtsversicherung, dem Ehrenamtsnachweis und der Ehrenamtskarte. Gemeinsam mit unseren starken Partnern in der Freien Wohlfahrt, den Verbänden, dem Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement und dem Bayerischen Jungendring werden wir auch zukünftig dranbleiben, gute Rahmenbedingen und Beteiligungsmöglichkeiten zu gewährleisten, um auch bei einem stetigen gesellschaftlichen Wandel Ehrenamt attraktiv zu halten“, so der Amtschef des Bayerischen Sozialministeriums abschließend.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Bürgerschaftlichen Engagement und Ehrenamt.

Mit bewährten Strukturen und sozialen Innovationen fit für die Zukunft

Freie Wohlfahrt, kommunale Spitzenverbände und die Staatsregierung sehen in ihrer bisherigen Zusammenarbeit eine grundsolide und bewährte Basis des Sozialstaats. Sozialministerin Emilia Müller: „Die Aufgaben und Herausforderungen sind groß. Ich nenne nur die Demografie, die Digitalisierung und die Integration. „Wir wollen und werden den Wandel im engen Schulterschluss mit der Freien Wohlfahrt und der kommunalen Familie gestalten.“ Angesichts der Dynamisierung der vielfältigen gesellschaftlichen Wandlungsprozesse sei eines ganz klar: „Wir brauchen beides – Tradition und Innovation. Soziale Innovationen können und müssen auch Instrumente sein, um entstehende Lücken zu schließen“, so Müller.

10. Plenumssitzung des Forums Soziales Bayern

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Mit dem Bereich der Sozialen Innovation befasste sich die 10. Plenumsveranstaltung des Forums Soziales Bayern. Ende September 2016 trafen sich dazu die Mitglieder des Forums im Bayerischen Sozialministerium.

Der reiche Erfahrungsschatz der klassischen Akteure im sozialen Sektor, der im Forum Soziales Bayern gebündelt ist, erweist sich dabei als ideale Basis, um bedarfsorientierte, praktikable neue soziale Ideen zu finden und weiterzuentwickeln. Die engagierte Diskussion auf dem Podium und im Plenum zeigte zudem, wie aufgeschlossen die Akteurinnen und Akteure in Bayern gegenüber neuen Ansätzen wie den 2012 ins Leben gerufenen Sozialgenossenschaften oder Projekten wie „JumP – Jugendliche mit Perspektive“ sind. JumP hat über eine neue Finanzierungsform, den Social Impact Bonds, Jugendliche in Arbeit oder Ausbildung gebracht (siehe auch Pressemitteilung des Bayerischen Sozialministeriums vom 27.09.2016). Ansätze wie diese belegen: Mit innovativen Konzepten können sehr erfolgreich neue Wege beschritten werden, um sozialen Anliegen gerecht zu werden.

Bei der Diskussion wurde auch deutlich: Viele Jugendliche wollen sich sozial engagieren, scheuen aber die klassischen Institutionen. Neue Formen der sozialen Arbeit zeigen deshalb einen guten Weg, um diese jungen Menschen verstärkt anzusprechen und in soziale Aktivitäten miteinzubeziehen.

Das Forum Soziales Bayern wird im Dialog und in bewährter Zusammenarbeit weiterhin an neuen Wegen und Lösungen arbeiten. „Soziale Innovation ist anstrengend, aber es lohnt sich“, so die bayerische Sozialministerin abschließend.