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Arbeitsmarktpolitik

Abb. 1: Arbeitslose in Bayern und den Regierungsbezirken

Aktuelles

Bayerns Arbeitsmarkt im Juni 2018

Die nebenstehende Tabelle zeigt:

  • Der Bayerische Arbeitsmarkt zeigt sich im Juni weiterhin in hervorragender Verfassung. Mit einer Arbeitslosenquote von 2,7 % wird der niedrigste Wert in einem Juni erreicht, der seit Einführung der aktuellen Berechnungsmethodik (im Jahr 1994) gemessen wurde. Zum dritten Mal in diesem Jahr wird eine Quote von unter 3,0 % erreicht, die Vollbeschäftigung verfestigt sich weiter.
  • Mit 197.820 Arbeitslosen liegt die Arbeitslosenzahl erstmals seit 1991 unter 200.000 Personen. Verglichen mit dem Vorjahr (Juni 2017) ist es ein Rückgang von - 8,6 % (rd. - 18.700 Personen), gegenüber Mai 2018 ein Rückgang von - 2,3 % (rd. - 4.600 Personen).
  • Im Bundesländervergleich belegt Bayern weiterhin den Spitzenplatz deutlich vor Baden-Württemberg (3,0 %). Die Oberpfalz ist im Juni 2018 mit einer Quote von 2,3 % Spitzenreiter unter Bayerns Regierungsbezirken. Darüber hinaus zeigt sich eine geringe Spreizung von aktuell nur 1,1 %-Punkten zwischen den Regierungsbezirken. In allen Regierungsbezirken ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Die Quote liegt im Juni in allen Regierungsbezirken unter 3,5 %.

     

Abb. 2.: Arbeitslosenquoten in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern im Juni 2018. Quelle: Eigene Darstellung nach Daten der Bundesagentur für Arbeit

Aktuell können 70 der insgesamt 96 Landkreise und kreisfreien Städte (rd. 73 %) eine Arbeitslosenquote von unter 3,0 % vorweisen. Der Landkreis Eichstätt liegt mit einer Quote von 1,2 % bundesweit weiterhin an der Spitze.

Abb. 3: Entwicklung der Arbeitslosenquoten in Bayern und den Regierungsbezirken in den vergangenen zehn Jahren in %
  • Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Bayern ist weiterhin auf hohem Niveau. Der Stellenbestand ist mit bayernweit 131.305 gemeldeten offen Stellen im langfristigen Vergleich sehr hoch und liegt um rd. 13.200 Stellen bzw. 11,2 % über dem Vorjahreswert.
  • Die grundsätzlich positive Arbeitsmarktlage in Bayern spiegelt sich auch in den Beschäftigtenzahlen wider. In Bayern lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im April nach aktuellen Hochrechnungen bei 5.575.900 Menschen. Im Vorjahresvergleich ist mit einem deutlichen Plus von 149.200 bzw. 2,8 % ein weit überdurchschnittlicher Anstieg zu verzeichnen.
  • Die Zahl der Arbeitslosen wurde innerhalb der letzten zehn Jahre um rd. 22 % reduziert. Die Arbeitslosenquote ging von 3,8 % (Juni 2008) auf 2,7 % zurück.

     

Arbeitslosenzahlen im Juni 2008-2013

- 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Oberbayern 3,6 4,3 3,9 3,3 3,3 3,4
Niederbayern 3,4 4,3 3,7 3,0 2,9 2,9
Oberpfalz 3,9 5,0 4,0 3,2 3,1 3,3
Oberfranken 5,0 5,6 4,9 4,0 3,9 4,0
Mittelfranken 4,7 5,5 5,1 4,4 4,4 4,6
Unterfranken 3,6 4,4 4,0 3,3 3,2 3,4
Schwaben 3,4 4,5 4,0 3,3 3,1 3,2
Bayern 3,8 4,7 4,2 3,5 3,4 3,6


Arbeitslosenzahlen im Juni 2014-2018

- 2014 2015 2016 2017 2018
Oberbayern 3,5 3,3 3,1 2,9 2,6
Niederbayern 3,0 3,0 3,0 2,6 2,4
Oberpfalz 3,2 3,0 2,9 2,6 2,3
Oberfranken 4,0 3,7 3,6 3,3 3,0
Mittelfranken 4,6 4,3 4,1 3,7 3,4
Unterfranken 3,3 3,1 3,2 2,8 2,5
Schwaben 3,3 3,1 3,0 2,7 2,4
Bayern 3,5 3,4 3,2 3,0 2,7

Hinweis: Im Zeitverlauf haben Änderungen im Sozialrecht wie in der Organisation der Sozialverwaltungen Einfluss auf die Höhe der Arbeitslosigkeit. Dies ist bei der Interpretation der Daten zu berücksichtigen.

Abb. 4: Arbeitslose im Juni 2018 mit Vergleich zum Vorjahresmonat: Bayern insgesamt und ausgewählte Personengruppen

Die nebenstehende Tabelle zeigt:

  • Bayern bekämpft erfolgreich die Jugendarbeitslosigkeit, junge Menschen finden in Bayern beste Voraussetzungen für einen gelingenden Start ins Erwerbsleben: Mit einer Jugendarbeitslosenquote von 2,1 % sind rd. - 2.200 bzw. - 10,9 % deutlich weniger junge Menschen arbeitslos als im Vorjahr.
  • Besonders erfreulich ist, dass auch bei allen weiteren Personengruppen ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen ist: Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 Jahre und älter) ging um - 5,8 %, die der schwerbehinderten Menschen um - 3,7 % zurück. Besonders erfreulich ist der überproportionale Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit (- 12,1 %) gegenüber dem Vorjahr.
  • Die Zahl der arbeitslosen Ausländer liegt bei rd. 58.400 Personen. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls ein erfreulich deutlicher Rückgang um rd. - 5.400 Personen bzw. - 8,4 %.
  • Die Quote der erwerbsfähigen Hartz IV-Bezieher im Verhältnis zur Einwohnerzahl unter 65 Jahren ist in Bayern mit 3,5 % weiterhin die mit großem Abstand niedrigste im Vergleich aller Bundesländer (vor Baden-Württemberg mit  4,4 %). Im Bund ist dieser Wert mehr als doppelt so hoch und beträgt 7,7 %.

     

Informationen

Hier erhalten Sie aktuelle Meldungen, Zahlen und Statistiken zu Bayerns Arbeitsmarkt:

Gesetzlicher Mindestlohn

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie (Tarifautonomiestärkungsgesetz) vom 11.08.2014 wurde zum 01.01.2015 ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro brutto je Zeitstunde für das ganze Bundesgebiet eingeführt (Art. 1 Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns – MiLOG). Zum 01.01.2017 wurde der Mindestlohn auf 8,84 Euro erhöht.
Ausnahmen sind u. a. für Auszubildende, ehrenamtliche Tätigkeiten, Orientierungspraktika, verpflichtende Praktika im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung, Jugendliche bis 18 Jahre ohne abgeschlossene Ausbildung, Langzeitarbeitslose für die ersten 6 Monate der Beschäftigung sowie befristet für Zeitungszustellerinnen und Zeitungszusteller vorgesehen.

Abweichungen waren in einer Übergangszeit für maximal drei Jahre bis 31.12.2017 durch bundesweite Tarifverträge repräsentativer Tarifpartner auf Branchenebene möglich, wenn sie als Mindestentgeltsätze nach den Regeln des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (AEntG) erstreckt oder als Lohnuntergrenze nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) festgelegt wurden. Seit 01.01.2017 mussten abweichende Regelungen mindestens ein Entgelt von brutto 8,50 Euro pro Stunde vorsehen. Seit 01.01.2018 gilt das bundesweite gesetzliche Mindestlohnniveau uneingeschränkt.

Die Höhe des Mindestlohns wird regelmäßig (erstmals erfolgt mit Wirkung zum 01.01.2017) von einer paritätisch besetzten und unabhängigen Kommission der Tarifpartner überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Mindestlohnkommission besteht aus einer/einem Vorsitzenden, sechs stimmberechtigten Mitgliedern und zwei beratenden Mitgliedern aus Kreisen der Wissenschaft (ohne Stimmrecht). Die stimmberechtigten Mitglieder der Kommission werden durch die Bundesregierung auf Vorschlag der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer berufen.

Information

Auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finden Sie weitere Informationen zum Mindestlohn.

Bilanz 2017

Rekordwerte am Arbeitsmarkt

Der bayerische Arbeitsmarkt bleibt weiter auf Rekordfahrt. 2017 war die Arbeitslosigkeit so niedrig wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent wurde der Vorjahreswert von 3,5 Prozent nochmals deutlich unterschritten.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu Bayerns Arbeitsmarkt 2017:

Arbeitsmarkt 

Die Verbesserung der wirtschaftlichen und arbeitsmarktrelevanten Rahmenbedingungen ist eine zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe. Bayern bringt sich hier aktiv auf Bundesebene ein und entwickelt beispielsweise im Bereich der Langzeitarbeitslosen, Jugendlichen und älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch eigene Konzepte (wie die Arbeitsmarktinitiative Ältere und Arbeitswelt).

Auf Landesebene arbeitet die Bayerische Staatsregierung eng mit der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit zusammen. Die Zusammenarbeit wurde Ende 2004 in einer Vereinbarung geregelt und erfolgt seitdem im Wesentlichen über einen regelmäßigen Informationsaustausch und gemeinsame Initiativen.

Instrumente 

Für eine nachhaltige Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist darüber hinaus eine innovative und für den bayerischen Arbeitsmarkt maßgeschneiderte aktive Arbeitsmarktpolitik notwendig. Die wichtigsten Instrumente dafür sind der Arbeitsmarktfonds (AMF) und der Europäische Sozialfonds (ESF). Kontinuierliche Beobachtungen des bayerischen Arbeitsmarkts, u. a. durch Auswertungen aus dem IAB-Betriebspanel für Bayern geben wichtige Hinweise zum Einsatz der Fördermittel. Ziel der Arbeitsmarktpolitik der Bayerischen Staatsregierung ist stets die Integration bzw. der Verbleib der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am ersten Arbeitsmarkt. Zielgruppen sind sowohl Arbeitslosengeld-I-Empfänger als auch Arbeitslosengeld-II-Empfänger (Grundsicherung für Arbeitsuchende). Bereiche der aktiven Arbeitsmarktpolitik sind beispielsweise berufliche Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen, berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung, Stärkung der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Erwerbstätigen und kleinen und mittleren Unternehmen sowie arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit.

Fazit

Basis für eine positive Entwicklung am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt ist ein effizientes Zusammenwirken von Wirtschafts-, Fiskal-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.

Entscheidend ist letztlich, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze nicht durch die Politik, sondern durch die Unternehmen geschaffen werden. Ein wesentlicher Teil der Verantwortung für Beschäftigung trifft deshalb die Sozialpartner. Ihre Lohn- und Tarifpolitik entscheidet maßgeblich über die Arbeitsbedingungen und damit auch über die Verhältnisse am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt und den Umfang von Arbeitslosigkeit. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist in einer sozialen Marktwirtschaft eine Gemeinschaftsaufgabe, zu der alle gesellschaftlichen Kräfte beitragen müssen.