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Scharf: „Extremismus und Ultranationalismus haben in Bayern keinen Platz“
Fachtag „Nationalismus radikal – auslandsbezogener Extremismus als Herausforderung in der Prävention“ in München und Nürnberg
Internationale Konflikte bestimmen die Schlagzeilen. Nicht nur der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, auch politische Entwicklungen wie die Auflösungsgedanken der kurdischen PKK in der Türkei verunsichern viele Menschen. Extremistische und ultranationalistische Bewegungen im In- und Ausland nutzen diese Unsicherheiten und Ängste für sich, schüren Hass und rekrutieren eine Anhängerschaft – auch in Bayern. Ultranationalismus und auslandsbezogener Extremismus sind eine konkrete Bedrohung, vor die es insbesondere unsere Jugend zu schützen gilt. Damit befasste sich ein Fachtag in München und Nürnberg, veranstaltet vom Bayerischen Sozialministerium in Kooperation mit dem Bayerischen Kultusministerium.
Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf unterstrich vor knapp 200 Zuhörern die Bedeutung, dieser Entwicklung auf den Grund zu gehen: „Die Botschaften sind immer dieselben: dein Land, dein Volk – du bist besser als alle anderen. So etwas verführt. Besonders, wenn man entwurzelt ist, sich selbst abgehängt fühlt und zu Hause keinen Rückhalt hat. Entscheidend ist, dass wir in diesen Zeiten zusammenhalten. Bayern baut auf Menschen, die Verantwortung übernehmen, die mitmachen und die sich für unsere Werte einsetzen, damit Extremismus keine Chance hat und damit kein junger Mensch verloren geht.“
Bayerns Kultusministerin Anna Stolz betonte: „Mit unserer neu eingeführten Verfassungsviertelstunde an den Schulen stärken wir im Freistaat das Bewusstsein für grundlegende Werte wie Freiheit, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit. Gerade an unseren Schulen erreichen wir alle Kinder und Jugendlichen und schaffen damit die Basis für ein respektvolles Miteinander. Ich halte es für eine zentrale Aufgabe, unsere jungen Menschen auf ihrem Weg zu selbstständigen, weltoffenen und mündigen Staatsbürgern zu unterstützen und sie für die Vorzüge der Demokratie zu begeistern.“
Die Fachveranstaltung „Nationalismus radikal – auslandsbezogener Extremismus als Herausforderung in der Prävention“ in München und Nürnberg richtete sich an Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe, Jugendarbeit und Lehrkräfte. Den thematischen Schwerpunkt bildeten Vorträge zur Unterscheidung von Nationalismus und Ultranationalismus und zum russischen und türkischen Ultranationalismus. Danach hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, die Phänomene näher zu behandeln beziehungsweise kulturell sensible, pädagogische Handlungsstrategien zu erarbeiten. Ziel der Fachtagung war die Handlungssicherheit der Fach- und Lehrkräfte in ihrem Berufsalltag zu stärken und für die Gefahren von antidemokratischen Haltungen zu sensibilisieren.