Hauptinhalt

Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit

Arbeitsministerin Kerstin Schreyer und Klaus Beier, stellvertretender Leiter der Regionaldirektion Bayern stellen Konzepte zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit in Bayern vor

279.19

Wie schaffen wir es, dass Langzeitarbeitslose noch stärker von der hervorragenden Arbeitsmarktsituation in Bayern profitieren? Dieser Frage gingen Bayerns Arbeitsministerin Kerstin Schreyer und der stellvertretende Leiter der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit, Klaus Beier, bei einem Besuch in der Steuerkanzlei Seebald in Germering nach. Dort hat Sanela Bukvic mit einer Ausbildung in Teilzeit zur Steuerfachangestellten den Weg aus der Langzeitarbeitslosigkeit und dem Leistungsbezug bereits erfolgreich geschafft.

Arbeitsministerin Schreyer: „Wir müssen uns die Lebenssituation jedes Einzelnen anschauen. Es macht einen großen Unterschied, ob Einelternfamilien, Menschen mit Behinderung oder Personen mit komplexen Problemlagen keine Arbeit finden. Jede Zielgruppe braucht ein passendes Angebot! Eine intensive Betreuung erfordert jedoch Zeit. Notwendig ist daher, dass der Bund das Personalkonzept in den Jobcentern verbessert. Mit ergänzenden Förderprogrammen unterstützen wir Langzeitarbeitslose in Bayern passgenau und ganzheitlich. Denn die Ursachen für die Langzeitarbeitslosigkeit sind vielschichtig. Deshalb ist auch eine enge Zusammenarbeit mit anderen Stellen wichtig. Um diese Netzwerkarbeit zu stärken, werden wir gemeinsam mit der Arbeitsverwaltung im Herbst bei einem Fachtag alle Partner zu einem Erfahrungsaustausch einladen.“

Klaus Beier ergänzte: „Wenn Teilzeitausbildung ermöglicht wird, gewinnen Unternehmen zusätzliche Fachkräfte, und die Auszubildenden können ihren Berufsabschluss machen. Das ist ein Gewinn für beide Seiten. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist die beste Grundlage dafür, seinen Lebensunterhalt selbst sicherstellen zu können. Wir haben in Bayern vergleichsweise wenige Hartz-IV-Empfänger, das ist sehr erfreulich. Aber ich mache mir Sorgen, dass die, die einmal im System stecken, nicht wieder rausfinden. Wir haben uns für die nächsten Jahre die Vermeidung von Hartz-IV-Karrieren zur Aufgabe gemacht. Schon jetzt haben wir vielversprechende Ansätze: im Rahmen des Projektes CURA[1] unterstützen wir beispielsweise zusammen mit dem Arbeitsministerium die gesamte Familie, insbesondere die Kinder. Außerdem nutzen wir die neuen Möglichkeiten durch das Teilhabechancengesetz zur Integration von Menschen, die schon sehr lange auf finanzielle Unterstützung durch die Jobcenter angewiesen sind. Bei allen Aktivitäten werden wir zum Wohle der Menschen und der Wirtschaft in Bayern mit der Politik und den Sozialpartnern weiterhin an einem Strang ziehen.“

Weitere Informationen finden Sie unter Eingliederung von Langzeitarbeitslosen

[1] CURA steht für Coaching von Familien zur Bekämpfung urbaner Arbeitslosigkeit.