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Adoption

Für ein Kind, das nicht bei seinen Eltern leben kann, stellt die Adoption eine Möglichkeit dar, unter den förderlichen Entwicklungsbedingungen einer Familie aufzuwachsen. Viele ungewollt kinderlose Paare sehen in der Adoption eines Kindes eine Chance, eine Familie zu gründen. Für beide Seiten ist eine Adoption eine weitreichende Entscheidung. Denn eine Adoption ist eine auf Dauer angelegte Änderung der verwandtschaftlichen Beziehungen, die eine Vielzahl von Veränderungen mit sich bringt. Aus diesen Gründen muss die Entscheidung, ein Kind adoptieren zu wollen, wohl überlegt sein.

Was bedeutet Adoption?

Durch eine Adoption wird ein rechtliches Eltern-Kind-Verhältnis begründet, das nicht auf biologischer Abstammung beruht. Mit der Adoption erhält das minderjährige Kind die Stellung eines gemeinschaftlichen Kindes und damit den Familiennamen und in der Regel auch die Staatsangehörigkeit der Adoptiveltern. Es entstehen Erb- und Unterhaltsansprüche, auch gegenüber den Verwandten der Adoptiveltern. Grundsätzlich erlöschen die Verwandtschaftsverhältnisse des Kindes zu seiner Herkunftsfamilie und die damit verbundenen Rechte und Pflichten.

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Voraussetzungen einer Adoption

Die Adoption wird auf Antrag des bzw. der Annehmenden durch das Familiengericht ausgesprochen. Die Adoption ist zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht. Sie soll daher erst nach einer angemessenen Adoptionspflegezeit ausgesprochen werden.

  • Ein Kind kann von einem Ehepaar grundsätzlich nur gemeinschaftlich angenommen werden. Nicht verheiratete Personen können nur alleine adoptieren.
  • Ehepaare, von denen mindestens einer das 25. und der andere das 21. Lebensjahr vollendet hat, sowie Einzelpersonen über 25 Jahre können ein minderjähriges Kind adoptieren. Eine gesetzlich festgelegte Höchstaltersgrenze existiert nicht.
  • Für die Adoption ist die Einwilligung des Kindes sowie der Eltern erforderlich. Für ein geschäftsunfähiges oder noch nicht vierzehn Jahre altes Kind erteilt der gesetzliche Vertreter die Einwilligung. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Einwilligung der Eltern entbehrlich sein (z.B. bei dauernd unbekanntem Aufenthalt) oder ersetzt werden (z.B. bei anhaltend gröblicher Pflichtverletzung oder Gleichgültigkeit gegenüber dem Kind).

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Adoptionsvermittlung

Die Adoptionsvermittlung obliegt ausschließlich den Adoptionsvermittlungsstellen der Jugendämter, den zentralen Adoptionsstellen der Landesjugendämter und sonstigen zur Adoptionsvermittlung staatlich anerkannten Stellen. Privatpersonen ist die Adoptionsvermittlung grundsätzlich untersagt. Die Adoptionsvermittlungsstelle begleitet den gesamten Prozess der Adoption. Sie berät die Herkunftsfamilie, stellt die Adoptionseignung der Bewerber fest und führt die Vermittlung durch. Im familiengerichtlichen Adoptionsverfahren wird eine fachliche Äußerung der Adoptionsvermittlungsstelle bzw. des Jugendamtes eingeholt.

Auch nach erfolgtem Ausspruch der Adoption ist die Adoptionsvermittlungsstelle bzw. das Jugendamt Ansprechpartner für Beratung und Unterstützung bei allen Fragen, die im Zusammenhang mit der Adoption auftreten, insbesondere bei der

  • Aufklärung des Kindes über die Adoption (abgeleitet aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht hat das Adoptivkind ein Grundrecht auf Kenntnis seiner Abstammung).
  • Suche von Adoptierten nach ihren biologischen Eltern/ Verwandten oder die Herstellung von Kontakten zu diesen.

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Formen der Adoption

Zum Schutz der Adoptivfamilie dürfen die Adoption und ihre Umstände grundsätzlich nur mit Zustimmung der Adoptiveltern und des Kindes offenbart werden. Adoptionen müssen jedoch nicht inkognito erfolgen. Abgebende Eltern haben die Möglichkeit, aktiv in die Auswahl der zukünftigen Adoptiveltern einbezogen zu werden und diese gegebenenfalls auch kennen zu lernen. Eine "offene Form" der Adoption kann auch bedeuten, dass nach erfolgter Adoption Informationen ausgetauscht werden oder persönliche Kontakte stattfinden. Dies kann für das adoptierte Kind wichtig sein, wenn es sich - häufig mit Beginn der Pubertät - mit seiner biologischen Abstammung auseinandersetzt.

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Auslandsadoption

Da die Zahl der Adoptionsbewerber weit höher als die Zahl der Kinder ist, die in Deutschland zur Adoption gegeben werden (Verhältnis etwa 10:1), sehen immer mehr kinderlose Paare in einer Auslandsadoption eine Möglichkeit, ihren Kinderwunsch zu erfüllen und gleichzeitig einem Kind eine gute Zukunftsperspektive zu bieten.

Die Adoption eines Kindes aus dem Ausland stellt besondere Anforderungen an die zukünftigen Adoptiveltern. Oft stehen nur wenige Informationen zur Vorgeschichte und gesundheitlichen Situation des Kindes zur Verfügung. Die kulturelle Entwurzelung des Kindes kann die Erziehungssituation zusätzlich belasten. Deshalb ist es erforderlich, dass sich Adoptionsbewerber, die sich um die Annahme eines Kindes aus dem Ausland bemühen, im besonderen Maße mit der Adoption auseinander setzen.

Primäre Anlaufstelle ist auch bei Auslandsadoptionen die Adoptionsvermittlungsstelle im örtlichen Jugendamt. Diese berät die Adoptionsbewerber und erstellt gegebenenfalls einen Bericht über deren Adoptionseignung. Die eigentliche Bewerbung um die Vermittlung eines Kindes aus dem Ausland erfolgt erst danach, in der Regel über eine anerkannte Auslandsvermittlungsstelle eines freien Trägers oder die zentrale Adoptionsstelle des Landesjugendamtes.

Von unseriösen Offerten im Zusammenhang mit der Adoption von Kindern - z.B. im Internet - ist Abstand zu nehmen. § 236 StGB stellt jede Form des Kinderhandels unter Strafe.

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Zusätzliche Informationen

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