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Längst sind Kinder und Haushalt nicht mehr reine Frauensache.

Bayern im Wertewandel

Bayern befindet sich seit Jahren in einem Wertewandel. Während in der älteren Generation das „männliche Alleinernährermodell“ noch sehr stark verbreitet war, zeigt sich bei der jungen Generation eine deutliche Tendenz weg von diesem traditionellen Rollenbild hin zu anderen, vielfältigen Lebensentwürfen.

Die gesellschaftliche Herausforderung

Trotz des Wertewandels bleibt es eine gesellschaftliche Herausforderung, tradierte Rollenbilder aufzulösen, z. B. durch Aufbrechen der geschlechtsspezifischen Berufswahl, durch Besetzung von Frauen in Führungspositionen sowie Teilzeitbeschäftigung und Sorgearbeit auch für Männer. Ziel ist ein Bewusstseinswandel, der die Ideologie der Vollzeitpräsenz überwindet und die Wahrnehmung von Führungsverantwortung in Teilzeit ermöglicht.

  • In Zeiten der modernen Kommunikation hat die Erwartung an eine möglichst lange Präsenzzeit ausgedient. Die Flexibilität bei der Arbeit z. B. durch Arbeitszeitkonten, Jahresarbeitszeit, mobiles Arbeiten, Jobsharing und andere Instrumente wird für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer wichtiger. Sie schafft familienfreundliche Rahmenbedingungen und dient damit der Optimierung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Bayern. Die Herausforderungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehen uns alle an: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen. Erwerbstätigen Eltern sowie pflegenden Angehörigen sollen ihr familiäres Engagement ermöglicht und honoriert werden.
  • Maßnahmen für familienfreundliche Arbeitsbedingungen richten sich an beide Geschlechter, damit eine partnerschaftliche Aufteilung der Sorgearbeit erleichtert wird.
  • Wir wollen Männer als Väter und Söhne stärker in den Blick nehmen, damit Familienarbeit nicht nur mit den Frauen assoziiert wird.
  • „Modulare“ Lebensverläufe, wie die meisten Frauenlebensverläufe, und „lineare“, meist männliche, Lebensverläufe sind gleichwertige Lebensentwürfe, die in der Arbeitswelt gleichrangig zu berücksichtigen sind. Gleichstellungspolitisch entscheidend ist es, die Arbeitskultur so zu verändern, dass eine lebensphasenorientierte Personalpolitik stattfindet, ohne dass es bei Frauen, insbesondere in Phasen von Familienarbeit, zum Verlust von Chancen kommt.
  • Frauen sind in den obersten Gremien und den Vorständen großer Unternehmen nach wie vor unterrepräsentiert. Mit dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Dienst haben wir den Grundstein gelegt, um den Frauenanteil in den Führungs- und Kontrollgremien zu erhöhen und damit eine angemessene Repräsentanz zu erreichen. Dafür sprechen auch ökonomische Gründe. Gemischte Frauen-Männer-Teams sind effizienter als reine Männer- oder Frauenteams. Kreativität und Innovation entsteht doch erst dann, wenn „Mann“ etwas Bekanntes auch aus einem „weiblichen Blickwinkel“ oder umgekehrt sieht.
  • Traditionelle Rollenbilder von Frauen und Männern sind leider noch in den Köpfen mancher Menschen verwurzelt. Sie zu überwinden bedeutet eine Erweiterung der Handlungsspielräume bei Lebensentwürfen, Berufen und Verhaltensweisen. Ein dementsprechendes Bewusstsein muss gerade bei jungen Menschen geweckt werden. Jugendliche werden noch gezielter als bisher auf „geschlechtsuntypische“ Berufe aufmerksam gemacht werden, um verstärkt Mädchen für MINT-Berufe und Jungen für soziale Berufe zu gewinnen.

Information

Hier finden Sie weiterführende Informationen rund um das Thema gesellschaftlicher Wertewandel:

Das Ziel der bayerischen Gleichstellungspolitik

Von einer freien und bewussten Wahl der Lebensgestaltung, die den wirklichen Anlagen und Befähigungen entspricht, werden alle Beteiligten und insbesondere auch die Wirtschaft profitieren. Es ist erwiesen, dass gemischte Teams bessere Betriebsergebnisse erzielen. Noch wichtiger aber erscheint, dass Frauen und Männer auch ihr Potenzial einbringen können, das den herkömmlichen Rollenzuschreibungen widerspricht. Dies trägt zur Zufriedenheit der Einzelnen und gleichzeitig zum Erfolg der Gesellschaft als Ganzes bei.