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Perspektiven für Familien

Mit Blick auf den Generationenvertrag und die Sicherung des Weiterbestehens der Gesellschaft ist die Zahl der geborenen Kinder die entscheidende Einflussgröße für den demografischen Wandel. Zudem hängt es von der Kraft der Familie ab, wie der demografische Wandel bewältigt werden kann. Familie ist „wertschöpfend“, sie schafft Bindung und bringt Leistungen hervor, die weder der Einzelne noch die Gesellschaft erbringen können. Mit der Erziehung ihrer Kinder zu eigenständigen und gleichermaßen sozialen Persönlichkeiten schaffen Eltern nicht nur die Voraussetzung für ein gelingendes Leben des Einzelnen, sondern auch für eine stabile, zukunftsorientierte Gesellschaft.

Die grundsätzliche Entscheidung für oder gegen Kinder ist eine private Entscheidung, die durch viele Faktoren beeinflusst wird. Für junge Menschen gehören Familie und Kinder zwar zu den wichtigsten Lebenszielen. Dennoch werden Kinderwünsche zeitlich in immer spätere Jahre verschoben. Damit geht einher, dass der Kinderwunsch häufig schon mit einem oder zwei Kindern erfüllt ist. Für immer mehr Paare entwickelt sich auch die Kinderlosigkeit zu einer Option
Die Herausforderung für den Staat, die Kommunen und die Gesellschaft besteht daher darin, auf eine kinder- und familienfreundliche Gesellschaft hinzuwirken, in der Kinderwünsche verwirklicht werden, ein Leben mit Kindern unterstützt und die Entwicklung der Kinder bestmöglich gefördert wird. Gleichzeitig muss das Generati-onenmiteinander unterstützt, insbesondere dafür Sorge getragen werden, dass diejenigen, die aufgrund von Alter oder Krankheit auf Unterstützung angewiesen sind, diese soweit wie möglich in ihren Familien finden können.

Ziele

Familienpolitik kann nicht alle Vorbehalte und Stolpersteine bei der Realisierung jedes individuellen Kinderwunsches aus dem Weg räumen. Sie muss aber ihre Möglichkeiten nutzen, um Familien zu entlasten und die Rahmenbedingungen für ihre Entwicklung günstig zu gestalten. Je mehr Gestaltungsmöglichkeiten und Zeitsouveränität den Familien verbleiben und je besser verschiedene Interessen, Zielsetzungen und Wünsche miteinander arrangiert werden können, umso leichter fällt die Entscheidung für Kinder. So ist für zwei Drittel der Frauen und Männer die Vereinbarkeit der Elternschaft mit der beruflichen Position eine wichtige Voraussetzung für ein (weiteres) Kind. Um hier eine bessere Vereinbarkeit zu erreichen, muss zum Ei-nen die Arbeitswelt verstärkt auf die Bedürfnisse von Familien ausgerichtet werden. Zum Anderen muss das Angebot an qualitativ hochwertigen familienergänzenden Bildungs- und Betreuungsangeboten wie Kindertageseinrichtungen, Tagespflege, aber auch schulische Ganztagsangebote weiter ausgebaut werden. Ziel ist es, für jedes Kind von Geburt bis zum Schuleintritt, für das die Eltern eine Betreuung wünschen, einen bedarfsgerechten Betreuungsplatz zur Verfügung zu stellen.
Familien sind der Ort, an dem die Grundlagen für Bildung, Sozialisation und Werte gelegt werden. Familien sollen deshalb in der Wahrnehmung ihrer Verantwortung für die Erziehung und Bildung ihrer Kinder bestmöglich unterstützt und gestärkt werden.
Familien brauchen daneben eine verlässliche finanzielle Unterstützung von Seiten des Staates. Die Entscheidung für ein Kind darf kein Armutsrisiko darstellen. Besonderes Augenmerk ist hierbei auf die ersten Lebensjahre der Kinder zu legen, denn in aller Regel ist das Familieneinkommen zu keiner anderen Zeit so schmal wie in dieser Startphase. Das Erwerbseinkommen fällt in jüngeren Jahren meist geringer aus und zudem verzichtet häufig ein Elternteil auf eine Erwerbstätigkeit oder reduziert diese.
Die Verwirklichung einer kinder-, familien- und generationenfreundlichen Gesellschaft kann von der Politik nicht alleine bewerkstelligt werden. Sie stellt ein gesamtgesellschaftliches Thema dar und kann nur im Zusammenwirken von Staat, Kommunen, Unternehmen und Gesellschaft erreicht werden.

Ziel der Staatsregierung ist es, bis 2020

  • das familienfreundlichste Bundesland zu werden,
  • Familienfreundlichkeit als handlungsleitendes Kriterium in der Gesellschaft breit zu verankern,
  • den bayerischen Familien Gestaltungsfreiheit zu eröffnen durch die Gewäh-rung eines Landeserziehungsgeldes einerseits und den Ausbau der Kinderbe-treuung andererseits
  • ein Angebot der Eltern- und Familienbildung zu etablieren, das lebenslagen-bezogen und wohnortnah alle Eltern erreicht,
  • die Kommunen beim quantitativen und qualitativen Ausbau der Kinderbetreu-ung für Kinder bis zur Einschulung zu unterstützen und damit diesen zu er-möglichen, dass jedem Kind, welches ein Betreuungsangebot nachfragt, ein qualitativ hochwertiger und erforderlichenfalls ganztägiger Betreuungsplatz zur Verfügung steht,
  • Angebote für sozial benachteiligte Kinder, Jugendliche und Eltern bedarfsge-recht auszubauen.

Maßnahmen

Entsprechend der Vielfalt moderner Familienstrukturen und Lebensbedingungen und der daraus resultierenden divergierenden Bedürfnisse der Familien, die je nach Kinderzahl, Partnerschafts- und Erwerbskonstellationen ganz unterschiedliche Be-dürfnislagen nach sich ziehen können, bietet das familienpolitische Konzept der Staatsregierung ein Bündel vielfältiger, aufeinander abgestimmter Maßnahmen. Im Rahmen von „Aufbruch Bayern“ setzt die Staatsregierung im Staatshaushalt einen Schwerpunkt bei den Familien.

Finanziellen Raum für Familien schaffen: Die Kompetenz für den Familienleistungs-ausgleich liegt grundsätzlich beim Bund. Seit 1989 gewährt Bayern mit dem Lan-deserziehungsgeld eine eigene Familienleistung im Anschluss an das Bundeserzie-hungsgeld bzw. seit 2007 an das Bundeselterngeld. Dies soll die familiäre Erzie-hungsleistung anerkennen und die Gestaltungsfreiheit der Familien unterstützen. Um die Gestaltungsfreiheit der Familien zu erhöhen, setzt sich die Staatsregierung für die Einführung eines Betreuungsgeldes auf Bundesebene ein.

Mit dem Ziel, die Elternkompetenz bei allen Familien zu stärken, wirkt das Bayeri-sche Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen auf ein Klima hin, in dem es für Mütter und Väter selbstverständlich ist, sich auf ihre Eltern-aufgabe vorzubereiten. Hierzu werden insbesondere Familienstützpunkte erprobt: Dies sind Anlauf- und Kontaktstellen, die den Familien konkrete Hilfen anbieten und mit anderen Einrichtungen der Eltern- und Familienbildung gut vernetzt sind.

Daneben wird im Rahmen des familienpädagogischen Weiterbildungsprogramms „MAJA – Hebammen helfen Eltern“ das Handlungsrepertoire der Hebammen um familienpädagogische und präventive Aspekte erweitert und vertieft. Auf diese Weise sollen Eltern unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes unterstützt und so frühzeitig wie möglich auf ihre Erziehungsaufgabe vorbereitet werden.

Eltern müssen auch in Fragen des Jugendschutzes unterstützt werden. Das Projekt ELTERNTALK ist ein Informations- und Erfahrungsaustausch von Eltern im privaten Umfeld. Niedrigschwellig und innovativ werden Eltern- und Erziehungskompetenzen rund um die Themen Erziehung und Fernsehen, Computer- und Konsolenspiele, Handy, Internet und Konsum unterstützt und aufgebaut.

Eltern können neben Angeboten der Familienbildung bei Erziehungsfragen und -problemen auch die Angebote der Erziehungsberatung in Anspruch nehmen. Im In-teresse der Prävention ist es Ziel, auch Familien in belasteten Lebenslagen frühzei-tiger zu erreichen.

Der bedarfsgerechte Ausbau der Kinderbetreuung für alle Altersstufen sowie Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Qualität der frühkindlichen Bildung unterstützt Familien und fördert Kinder Die Umsetzung des Ausbaus schulischer Ganztagsangebote in gebundener und offener Form soll es Eltern ermöglichen, Familie und Berufstätigkeit besser miteinander vereinbaren zu können.

Um belastete Kinder und Familien frühzeitig zu erreichen und notwendigen Unterstützungsbedarf zu gewährleisten, wird flächendeckend das Regelförderprogramm „Koordinierende Kinderschutzstellen“ (KoKi – Netzwerk frühe Kindheit) ausgebaut. Damit werden die Kommunen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt und die Jugendhilfe weiterentwickelt.

Die Staatsregierung setzt auch einen Schwerpunkt auf die Sicherung von Bildungschancen für benachteiligte junge Menschen. Maßnahmen der Jugendsozialarbeit (Jugendsozialarbeit an Schulen, Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit) tragen dazu bei, die schulische und berufliche Integration sozial benachteiligter junger Menschen zu fördern. Insbesondere durch den vorgesehenen Ausbau der JaS innerhalb der nächsten 10 Jahre auf 1000 Stellen („JaS 1000“) sowie durch die Sicherung der qualifizierten Fortbildung der in der Jugendsozialarbeit eingesetzten Fachkräfte sollen riskante Entwicklungen bei jungen Menschen vermieden und Chancen auf ein selbständiges Leben unterstützt werden.

Zusätzliche Informationen

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