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Rentenberechnung

in der gesetzlichen Rentenversicherung

Die seit 01.01.1992 gültige Rentenformel geht von 3 Faktoren aus: den persönlichen Entgeltpunkten, dem Rentenartfaktor und dem aktuellen Rentenwert. Der Monatsbetrag der Rente ergibt sich durch Vervielfältigung des jeweiligen Wertes dieser drei Faktoren miteinander.

Die Versicherung eines Arbeitsentgelts in Höhe des Durchschnittsentgelts eines Kalenderjahres ergibt einen vollen Entgeltpunkt. Ein Versicherter, der z. B. 10 Jahre lang ein beitragspflichtiges Bruttoarbeitsentgelt in Höhe des jeweiligen durchschnittlichen Bruttojahresarbeitsentgelts aller Versicherten bezieht, hat also 10 Entgeltpunkte erworben. Zusätzlich werden für Anrechnungszeiten, Ersatzzeiten und Zurechnungszeiten im Rahmen der Gesamtleistungsbewertung Entgeltpunkte ermittelt.

Persönliche Entgeltpunkte ergeben sich durch Multiplikation der Entgeltpunkte mit dem Zugangsfaktor. Dieser Faktor beträgt 1,0, wenn Altersrente nicht vor Erreichen der jeweiligen Altersgrenze oder Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit (Erwerbsminderungsrente) oder Erziehungsrente nicht vor dem vollendeten 63. Lebensjahr in Anspruch genommen wird; bei Renten wegen Todes (Hinterbliebene, Hilfen für, Witwen(r)rente, Waisenrente) beträgt er 1,0, wenn der Versicherte, aus dessen Rentenanwartschaften sich die Hinterbliebenenrente ableitet, nach Vollendung seines 63. Lebensjahres verstorben ist. Wird Altersrente vor Erreichen der maßgebenden Altersgrenze oder Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder Erziehungsrente vor dem vollendeten 63. Lebensjahr bezogen oder ist der Versicherte vor seinem vollendeten 63. Lebensjahr verstorben, so mindert sich der Zugangsfaktor grundsätzlich für jeden Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme der Rente um 0,003; der Rentenzahlbetrag reduziert sich dadurch für jeden Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme um einen Abschlag von 0,3 %, höchstens aber um 18 % (siehe auch unter Rentenabschlag). Wird dagegen Regelaltersrente nach dem Erreichen der jeweiligen Regelaltersgrenze (derzeit noch 65 Jahre) trotz erfüllter Anspruchsvoraussetzungen zunächst nicht beansprucht, so erhöht sich der Zugangsfaktor für die Altersrente bzw. eine anschließende Hinterbliebenenrente für jeden Monat, in dem der Rentenbezug hinausgeschoben wird, um 0,005. Die Rente erhält damit einen Zuschlag in Höhe von 0,5 % für jeden Monat, in dem die Rente trotz erfüllter Anspruchsvoraussetzungen nicht gezahlt wird.

Der Rentenartfaktor bestimmt in Abhängigkeit von den unterschiedlichen Sicherungszielen der verschiedenen Rentenarten die Rentenhöhe. So beträgt er beispielsweise für die Altersrente und die Rente wegen voller Erwerbsminderung (Erwerbsminderungsrente) 1,0, für die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung dagegen 0,5. Die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung ist also halb so hoch wie die Rente wegen voller Erwerbsminderung.

Der aktuelle Rentenwert ist die monatliche Altersrente, die sich aus den Beiträgen eines Durchschnittsverdieners für ein Kalenderjahr, also aus einem persönlichen Entgeltpunkt ergibt. Das sind ab 01.07.2016 monatlich 30,45 € (in den neuen Ländern 28,66 €).

Bei gleichzeitigem Bezug von Arbeitsentgelt aus einer Beschäftigung, Einkommen aus einer selbständigen Tätigkeit oder von weiteren Sozialleistungen wie z.B. Verletztenrente, Arbeitslosengeld, Verletztengeld, Krankengeld oder Versorgungskrankengeld kann es zum vollen oder teilweisen Ruhen der Rente kommen. Je nach Art der Rente wirken sich verschiedene neben dem Rentenbezug erzielte Einkommensarten unterschiedlich auf den Zahlbetrag der Rente aus. So gelten bei Altersrenten und Erwerbsminderungsrenten bestimmte Hinzuverdienstgrenzen, bei deren Überschreitung nur noch Teilrente oder – bei entsprechend hohem Einkommen – überhaupt keine Rente mehr gezahlt werden kann. Bei Witwen(r)rente, Waisenrente und Erziehungsrente erfolgt dagegen eine Einkommensanrechnung mit bestimmten Freibeträgen.

§§ 63, 64, 66–68, 70-88a, 93, 96a, 97, 311–314a Sozialgesetzbuch VI

Gesetzliche Rentenversicherungsträger

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/

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in der gesetzlichen Unfallversicherung

Die Renten der Unfallversicherung werden nach dem Gesamtbetrag aller Arbeitsentgelte und Arbeitseinkommen des Verletzten im Jahre vor dem Arbeitsunfall oder der Berufskrankheit berechnet (Jahresarbeitsverdienst). Der Jahresarbeitsverdienst beträgt für Personen unter 18 Jahren mindestens 40% und nach Vollendung des 18. Lebensjahres mindestens 60% der im Unfalljahr maßgeblichen Bezugsgröße (Mindestbetrag ab 01.01.2016 für Personen unter 18 Jahren 13.944 € (neue Länder: 12.096 €), über 18 Jahre 20.916 € (neue Länder: 18.144 €).

Der Jahresarbeitsverdienst ist auf das Zweifache der im Zeitpunkt des Versicherungsfalls maßgebenden Bezugsgröße (2016: alte Länder 69.720 €, neue Länder 60.480 €) begrenzt, kann aber durch Regelungen in der Satzung des jeweiligen Unfallversicherungsträgers erhöht werden. Bei einer Minderung Erwerbsfähigkeit (MdE) von 100 % wird eine Vollrente in Höhe von zwei Dritteln des Jahresarbeitsverdienstes gezahlt. Bei einer MdE von wenigstens 20% (Ausnahme Landwirtschaft: wenigstens 30 %) wird der Teil der Vollrente als Teilrente gezahlt, der dem Grad der Minderung entspricht. Beträgt  (außer in der Landwirtschaft) die MdE weniger als 20%, wird Rente nur gezahlt, wenn die Erwerbsfähigkeit durch mehrere Unfälle gemindert ist und diese Minderungen zusammen wenigstens 20% erreichen.

Für Schwerverletzte (MdE 50% oder mehr), die wegen eines Versicherungsfalls nicht mehr erwerbstätig sein können und keine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten, erhöht sich die Rente um 10%. Ohne diese Schwerverletztenzulage darf die Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung einschließlich der Kinderzulage (Verletztenrente) 85% des Jahresarbeitsverdienstes nicht übersteigen. Diesem Höchstbetrag wird das gesetzliche Kindergeld hinzugerechnet.

Wegen der Berechnung der Hinterbliebenenrente Witwen(r)rente in der Unfallversicherung, Waisenrente in der Unfallversicherung, Elternrente in der Unfallversicherung, Witwen(r)beihilfe in der Unfallversicherung, Waisenbeihilfe in der Unfallversicherung

§§ 56 ff. Sozialgesetzbuch VII

Zuständig: Gesetzliche Unfallversicherungsträger

http://www.dguv.de/

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in der Alterssicherung der Landwirte

Der Monatsbetrag der Rente ergibt sich aus der Multiplikation des jeweiligen allgemeinen Rentenwertes mit der Steigerungszahl und dem Rentenartfaktor.

Der allgemeine Rentenwert beträgt vom 01.07.2016 an 14,06 € (neue Länder: 13,22 €). Der Rentenwert ändert sich jährlich zum 01.07. entsprechend der Änderung des aktuellen Rentenwertes in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die Steigerungszahl ergibt sich, indem die Anzahl der Beitragsmonate mit dem Faktor 0,0833 für Landwirte und  Ehegatten sowie mit dem Faktor 0,0417 für mitarbeitende Familienangehörige vervielfältigt wird.

Der Rentenartfaktor richtet sich wie in der gesetzlichen Rentenversicherung nach dem Sicherungsziel der jeweiligen Rentenart.

Wie in der gesetzlichen Rentenversicherung werden Renten dauerhaft um Abschläge gemindert, wenn sie vor Erreichen bestimmter Altersgrenzen in Anspruch genommen werden.

§ 23 Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau

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in anderen Bereichen

Berechnung von Betriebsrenten siehe Betriebliche Altersversorgung; von Renten nach dem Bundesversorgungsgesetz siehe Kriegsopferrente; von Renten für Vertriebene, Kriegssachgeschädigte u.a. siehe Kriegsschadenrente

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