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Palliativversorgung

Im Wort Palliativversorgung ist der lateinische Begriff für "Mantel" enthalten, nämlich "pallium". Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass der Mensch von der Palliativversorgung umschlossen und geschützt werden soll. Der schwerstkranke und sterbende Mensch soll ganzheitlich behandelt und umfassend betreut werden. Die ganzheitliche Behandlung wird dabei durch ärztliche, pflegerische und psychosoziale Kompetenz geleistet und von der ehrenamtlichen Betreuung unterstützt. Das Hauptziel der Palliativversorgung ist die Verbesserung der Lebensqualität für die Patienten und ihren Angehörigen.

www.palliativ-portal.de

www.patientenportal.bayern.de

Palliativversorgung - Rahmenkonzept zur Hospiz- und Palliativversorgung

Schwerstkranken und Sterbenden ein Leben in Würde bis zuletzt zu ermöglichen, ist seit langem zentrales Anliegen der Bayerischen Staatsregierung. Wesentliche Angebote und Strukturen in der Hospiz- und Palliativversorgung sind in den letzten Jahren bereits aufgebaut worden.

Um die Versorgung Schwerstkranker und Sterbender weiter zu verbessern, haben das Bayerische Gesundheitsministerium und das damals zuständige Bayerische Sozialministerium zusammen mit dem Expertenkreis „Palliativmedizin und Hospizarbeit" ein Konzept zur Hospiz- und Palliativversorgung in Bayern erarbeitet. Das Konzept wurde am 17.10.2011 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das bundesweit erste umfassende Konzept zur Versorgung Schwerstkranker und Sterbender stellt einen Meilenstein in der Hospiz- und Palliativversorgung dar. Es ist Kompass für den weiteren zielgerichteten Ausbau einer qualitativ hochwertigen Begleitung und Versorgung Schwerstkranker und Sterbender sowie ihrer Angehörigen in Bayern.

Das Rahmenkonzept bildet die Grundlage für ein eng verzahntes und aufeinander abgestimmtes umfassendes Versorgungsnetz in der Hospiz- und Palliativversorgung in Bayern. Es widmet sich neben der ambulanten und stationären Versorgung von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen der Aus-, Fort- und Weiterbildung aller beteiligten Berufsgruppen sowie der Forschung und Lehre.

Palliativersorgung_Rahmenkonzept_kh_00008.htm

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Palliativversorgung, ambulante

Ziel der ambulanten Palliativversorgung ist es, mehr Menschen als bisher den Wunsch zu erfüllen, im vertrauten häuslichen Umfeld zu sterben.

Die ambulante Palliativversorgung wird als Allgemeine Ambulante Palliativversorgung (AAPV) im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung erbracht. Ergänzend zu der AAPV kann die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) erforderlich sein. SAPV erhalten Palliativpatienten, die eine besonders aufwändige Versorgung benötigen. Die ambulante Palliativversorgung wird ergänzt durch ambulante Hospizdienste.

Die AAPV versorgt den Großteil der Sterbenden im ambulanten Bereich. Leistungen der AAPV sind insbesondere die ärztliche Behandlung (überwiegend durch Hausärzte) und die häusliche Krankenpflege.

Seit April 2007 besteht darüber hinaus für Schwerstkranke, die an komplexen Krankheitserscheinungen mit ausgeprägter Symptomatik leiden und eine besonders aufwändige Versorgung benötigen, ein Anspruch auf SAPV. Der Anspruch besteht sowohl im häuslichen oder familiären Bereich, wozu beispielsweise auch die Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung und der Kinder- und Jugendhilfe zählen, als auch in stationären Pflegeeinrichtungen, die nach dem Sozialgesetzbuch XI zugelassen sind. In stationären Hospizen haben Versicherte Anspruch auf Teilleistung der erforderlichen ärztlichen Versorgung im Rahmen der SAPV.

Die SAPV wird grundsätzlich von SAPV-Teams erbracht, die aus besonders qualifizierten Ärzten, Pflegefachkräften und ggf. weiteren Fachkräften (z. B. Sozialarbeitern/Sozialpädagogen) gebildet werden.

§§ 37b, 132d Sozialgesetzbuch V

Zuständig: Gesetzliche Krankenkassen

www.stmgp.bayern.de/gesundheitsversorgung/sterbebegleitung/palliativversorgung/

www.patientenportal.bayern.de

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Palliativversorgung, stationäre

Die stationäre palliativmedizinische Versorgung ist Teil der Krankenhausbehandlung. Sie wird in Bayern überwiegend auf Palliativstationen oder durch palliativmedizinische Dienste erbracht.

Palliativstationen sind in ein Akutkrankenhaus integrierte Einheiten, die spezialisiert sind auf die Behandlung, Betreuung und Begleitung von Palliativpatienten. Charakteristisch für die Palliativstation ist das in einer festen Abteilungsstruktur tätige multiprofessionelle Team aus speziell qualifizierten Ärzten, Pflegekräften, Sozialarbeitern/Sozialpädagogen, Seelsorgern, Psychologen und weiteren Therapeuten, ergänzt durch ehrenamtlichen Hospizhelfer (Hospizarbeit, ehrenamtliche, ambulante). Ziel ist es, krankheits- und therapiebedingte Beschwerden zu lindern und wenn möglich, die Krankheits- und Betreuungssituation des Betroffenen so zu stabilisieren, dass er wieder in die ambulante Versorgung entlassen werden kann.

Palliativmedizinische Behandlung kann in Krankenhäusern auch durch einen multiprofessionellen palliativmedizinischen Dienst erbracht werden. Dieser besteht aus speziell qualifizierten Ärzten, Pflegekräften und Sozialarbeitern und kooperiert mit einem örtlichen Hospizverein. Seelsorge und weitere Therapeuten können im Bedarfsfall herangezogen werden. Der palliativmedizinische Dienst arbeitet ohne feste Abteilungsstruktur und versorgt Schwerstkranke übergreifend auf allen Stationen des Krankenhauses.

§ 39 Sozialgesetzbuch V

Zuständig: Gesetzliche Krankenkassen

www.stmgp.bayern.de/gesundheitsversorgung/sterbegleitung/palliativ/

www.palliativ-portal.de

www.patientenportal.bayern.de

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Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen

Die Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen umfasst die aktive Betreuung der körperlichen, geistigen und spirituellen Bedürfnisse des Kindes vom Zeitpunkt der Diagnosestellung an und schließt die Unterstützung der Familie mit ein. Die Versorgenden müssen die körperlichen und psychosozialen Leiden des Kindes erkennen und lindern. Eine effektive Palliativversorgung benötigt einen multidisziplinären Ansatz, der die Familie einbezieht und regionale Unterstützungsangebote nutzbar macht (Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 1998).

Kinderpalliativmedizin ist damit mehr als Körpermedizin. Sie lindert belastende Krankheitsbeschwerden und hilft den Familien, zusammen mit der Kinderhospizarbeit, die extremen Belastungen, die sich aus der Erkrankung ergeben, zu bewältigen und mit der kaum erträglichen Situation zurechtzukommen. Betroffene Kinder weisen ein überwiegend anderes Krankheitsbild auf als erwachsene Patientinnen und Patienten. Zudem haben schwerstkranke und sterbende Kinder und ihre Familien besondere Wünsche und Bedürfnisse, die beachtet werden müssen. Oftmals geht dem Tod von Kindern eine lange Krankheitsphase voraus, in der das erkrankte Kind bereits intensiv versorgt werden muss. Die gesamte Familie hat bereits beim Auftreten der Erkrankung einen hohen Bedarf an Informationen und Betreuung.

Um die Versorgung schwerstkranker und sterbender Kinder und Jugendlicher einschließlich ihrer Familien zu verbessern, hat das Bayerische Gesundheitsministerium im September 2009 ein Konzept veröffentlicht. Das Konzept soll flächendeckend - sowohl in Ballungsgebieten als auch im ländlichen Raum - den Aufbau einer umfassenden Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche voranbringen. Der Schwerpunkt liegt im Ausbau der häuslichen Versorgung durch speziell ausgebildete Kinderpalliativteams. Damit wird dem Wunsch vieler Kinder und ihrer Familien entsprochen, möglichst viel Zeit im vertrauten Umfeld verbringen zu können. Weitere Eckpunkte des Konzeptes sind die Errichtung einer Kinderpalliativstation am Klinikum der Universität München (eröffnet im Juni 2016) und die Zusammenarbeit mit kinderhospizlichen Einrichtungen.

§§ 37b, 39 Sozialgesetzbuch V

Zuständig: Gesetzliche Krankenkassen

www.stmgp.bayern.de/gesundheitsversorgung/sterbebegleitung/palliativversorgung/#Kinderpalliativversorgung

www.patientenportal.bayern.de

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