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Blinde, Hilfen für

Blinde gelten als schwerbehinderte Menschen im Sinne des Sozialgesetzbuches IX und haben bei Erfüllung der jeweiligen Voraussetzungen Anspruch auf alle für behinderte Menschen vorgesehenen Hilfen und Leistungen (Behinderte Menschen, Hilfen für). Sie können auch nach den Vorschriften des Blindenwarenvertriebsgesetzes Blindenwaren vertreiben. Darüber hinaus erhalten Blinde noch besondere Leistungen als Kriegsblinde, Zivilblinde und Unfallverletzte.

Kriegsblinde

Neben den für Kriegsopfer vorgesehenen Leistungen (Kriegsopfer, Hilfen für) wird (Stand: 01.07.2017) eine Pflegezulage von 755 € gezahlt. Sie kann sich auf 969 €, 1.258 € oder 1.548 € erhöhen, wenn durch Leiden oder Behinderungen dauerndes Krankenlager oder außergewöhnliche Pflege erforderlich ist. Als blind gilt auch der, dessen Sehschärfe so gering ist, dass er sich in einer ihm nicht vertrauten Umwelt ohne fremde Hilfe nicht zurechtfinden kann.

Ferner besteht Anspruch auf einen ausgebildeten Führhund und Hilfsmittel für die Verrichtungen des täglichen Lebens und zur Erleichterung des Kontakts mit der Umwelt (z.B. Blindenuhren, Schutzbrillen, Tonbänder, Diktiergeräte, Blindenschreib- und Stenografiermaschinen). Die Zulage für den Unterhalt des Hundes beträgt derzeit monatlich 167 €; sie wird auch gezahlt, wenn kein Führhund in Anspruch genommen wird.

§§ 14, 35 Bundesversorgungsgesetz

Zuständig: Zentrum Bayern Familie und Soziales - Versorgungsamt

www.zbfs.bayern.de

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Zivilblinde

Blinde erhalten unabhängig von der Frage der Bedürftigkeit Blindengeld. Als Blinde gelten Personen, deren Sehschärfe auf dem besseren Auge nicht mehr als 1/50 beträgt, sowie Personen mit sonstigen Störungen des Sehvermögens von gleichem Schweregrad. Das volle Blindengeld beträgt seit 01.04.2004 85 v. H. der Blindenhilfe nach dem Sozialgesetzbuch XII (590 € monatlich, Stand: 01.07.2017) und wird regelmäßig entsprechend der von der Sozialhilfe geleisteten Blindenhilfe angepasst. Seit 01.01.2013 erhalten taubblinde Menschen ein verdoppeltes Blindengeld (1.180 € monatlich, Stand: 01.07.2017).

Bei Unterbringung in einem Heim oder einer gleichartigen Einrichtung ruht das Blindengeld in der Regel zur Hälfte.

Leistungen aus der Pflegeversicherung sowie Leistungen, die für blindheitsbedingte Mehraufwendungen gezahlt werden, sind auf das Blindengeld zu einem gewissen Anteil anzurechnen.

Im Rahmen der Sozialhilfe oder der Kriegsopferfürsorge kann Blindenhilfe gezahlt werden. Die Blindenhilfe im Rahmen der Sozialhilfe oder der Kriegsopferfürsorge wird Blinden nach Vollendung des 18. Lebensjahres in Höhe eines Betrages von 694,68 €, den Blinden unter 18 Jahren in Höhe von 347,94 € gewährt (Stand: 01.07.2017). Der Betrag verändert sich jeweils um den Vomhundertsatz, um den sich der aktuelle Rentenwert in der gesetzlichen Rentenversicherung verändert. Dabei gilt die Einkommensgrenze des § 85 Sozialgesetzbuch XII (Grundbetrag in Höhe des Zweifachen der Regelbedarfsstufe 1 (siehe Lebensunterhalt, Hilfe zum) + 70 v. H. der Regelbedarfsstufe 1 für weitere Familienmitglieder + Kosten der Unterkunft in angemessenem Umfang). In der Kriegsopferfürsorge gilt eine günstigere Einkommensgrenze. Im Rahmen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen (Behinderte Menschen, Hilfen für ) können auch die Kosten für einen Blindenführhund und für andere Hilfsmittel getragen werden, wenn kein anderer Kostenträger (z.B. gesetzliche Krankenversicherung) zuständig ist.

Die am 01.09.2006 in Kraft getretene Bayerische Verordnung zur Zugänglichmachung von Dokumenten für Blinde und sehbehinderte Menschen im Verwaltungsverfahren (BayDokZugV) regelt die Zugänglichmachung von Dokumenten für blinde, erblindete und sehbehinderte Menschen im Verwaltungsverfahren in einer für sie wahrnehmbaren Form. Den Berechtigten entstehen keine Kosten.

Siehe Barrierefreiheit für Menschen mit Sehbehinderung im Verwaltungsverfahren

Bayerisches Blindengeldgesetz; § 72 Sozialgesetzbuch XII; Bayerische Verordnung zur Zugänglichmachung von Dokumenten für blinde, erblindete und sehbehinderte Menschen im Verwaltungsverfahren (BayDokZugV)

Zuständig: Zentrum Bayern Familie und Soziales - Versorgungsamt, gesetzliche Krankenkassen, Sozialhilfeverwaltungen und Kriegsopferfürsorgestellen bei den Bezirken, Zentrum Bayern Familie und Soziales - Hauptfürsorgestelle

Weitere Informationen zu den Verordnungen sind auf der Homepage des Bayerischen Sozialministeriums zu finden.

www.zukunftsministerium.bayern.de/behinderung/baybgg/index.php

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Unfallverletzte

Für durch Arbeitsunfall oder Berufskrankheit erblindete Personen siehe Pflegegeld in der Unfallversicherung

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